Wohnen statt Profit
Wohnen statt Profit: Wien schützt seinen Wohnraum
(Gerhard Antes, Bezirksrat)
Mehr leistbare Wohnungen, faire Bedingungen am Wohnungsmarkt und lebendige Grätzl: Wien setzt klare Maßnahmen gegen die gewerbliche Kurzzeitvermietung und schützt damit den Wohnraum seiner Bevölkerung.
Wohnen ist ein Grundbedürfnis und darf nicht zum Spielball rein wirtschaftlicher Interessen werden. Gerade in einer wachsenden Stadt wie Wien muss sichergestellt werden, dass ausreichend Wohnungen für jene Menschen zur Verfügung stehen, die hier leben und arbeiten.
Die zunehmende touristische Kurzzeitvermietung über Plattformen wie Airbnb und Booking.com führt dazu, dass Wohnungen dem regulären Wohnungsmarkt entzogen und stattdessen dauerhaft als Ferienunterkünfte genutzt werden. Das verschärft den Druck auf den Wohnungsmarkt und kann die Mietpreise zusätzlich belasten.
Klare Regeln gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum
Mit der Verschärfung der Wiener Bauordnung hat die Stadt wichtige Maßnahmen gesetzt. Seit 1. Juli 2024 gilt grundsätzlich eine Begrenzung der touristischen Kurzzeitvermietung auf maximal 90 Tage pro Kalenderjahr, sofern der eigene Wohnsitz nicht dauerhaft aufgegeben wird. Für eine darüber hinausgehende Vermietung ist eine behördliche Ausnahmebewilligung erforderlich, die an strenge Voraussetzungen geknüpft ist.
Ab 1. Jänner 2027 kommt außerdem eine verpflichtende Registrierung für Kurzzeitvermietungen. Jede angebotene Wohnung benötigt künftig eine eigene Registrierungsnummer. Dadurch werden die Angebote transparenter und illegale Vermietungen können gezielter kontrolliert werden.
Auch die Kontrollen wurden verstärkt. Ein eigenes Referat der Baupolizei geht gegen unzulässige Kurzzeitvermietungen vor. Bei Verstößen drohen empfindliche Geldstrafen.
Die positiven Auswirkungen für die Wienerinnen und Wiener
Diese Maßnahmen bringen wichtige Vorteile:
- Mehr Wohnraum: Wohnungen bleiben dem regulären Wohnungsmarkt erhalten, anstatt dauerhaft als touristische Unterkünfte genutzt zu werden.
- Beitrag zu leistbaren Mieten: Weniger Zweckentfremdung bedeutet weniger zusätzlichen Druck auf das verfügbare Wohnungsangebot.
- Mehr Lebensqualität: Dauerhafte Wohnnutzung stärkt Hausgemeinschaften und reduziert mögliche Belastungen durch ständig wechselnde Gäste.
- Lebendige Grätzl: Menschen, die dauerhaft in ihrem Grätzl wohnen, stärken Nachbarschaften, Nahversorgung und den sozialen Zusammenhalt.
- Faire Bedingungen: Private Vermietung während eines Urlaubs bleibt im gesetzlichen Rahmen möglich. Gleichzeitig werden gewerbliche Geschäftsmodelle stärker reguliert.
Wohnen muss Vorrang haben
Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Wien. Er darf aber nicht auf Kosten des dringend benötigten Wohnraums wachsen.
Die Maßnahmen der Stadt Wien schaffen einen klaren Rahmen: Private gelegentliche Vermietung bleibt möglich, während die dauerhafte gewerbliche Zweckentfremdung von Wohnungen stärker eingeschränkt wird.
Denn eine Stadt besteht nicht nur aus Hotels, Sehenswürdigkeiten und touristischen Angeboten. Sie lebt vor allem von den Menschen, die hier wohnen, arbeiten, Familien gründen und ihre Nachbarschaften gestalten.
Wien schützt damit nicht nur Wohnungen, sondern auch Lebensqualität, soziale Stabilität und die Zukunft lebendiger Grätzl. Denn Wohnungen sind in erster Linie zum Wohnen da – und nicht zur dauerhaften touristischen Profitmaximierung.
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